04 August, 2009

Druck, frisch





Das ist mein neuester, selbst geschnitzter Stempel. Nein, nicht Narzismus, sondern einfach eine Fingerübung. Hab aus einem normalen Farbphoto digital die Vorlage erstellt, es auf den Stempel übertragen und dann drauflos geschnitzt.

Druck ist noch nicht perfekt, hab zu wenig Farbe genommen... ich experimentiere noch...

24 Juli, 2009

Flut und Tränen

Eigentlich sollte ich schlafen. Sitze aber rum, mit einem flauen Gefühl im Magen. Und grüble.

Ich habe heute das erste Mal in meinem Leben miterlebt, miterleben müssen, wie ein Mensch blutig geprügelt wird. Aus heiterem Himmel. Saß mit meiner Freundin E. im D-Wagen, vor uns hat sich ein schwer betrunkener Obdachloser hingesetzt, der irgendwie mit seinem Sitznachbarn in Streit geraten ist, ihn beflegelt und wohl auch bespuckt hat. Der junge Herr hat darauf völlig Nerven/ Kontrolle/ Contencance verloren und auf den alten Mann eingedroschen, mehrmals, bis seine Begleiterin und auch wir ihn abhalten konnten. Der Jüngere und seine Freundin verzogen sich dann keppelnd in den vorderen Wagenteil. Und wir waren für einen Moment eigentich nur schockiert.

Der Alte hat ziemlich übel ausgeschaut. Platzwunde auf der Stirn, Veilchen im Anflug, Blut rann ihm übers Gesicht. Gottseidank ist er irgendwie ruhig geblieben, hat nicht weiter randaliert. Wir haben ihm zumindest ein Taschentuch gegeben, damit die Wunde aufhört zu bluten, und sind dann nach vorne gegangen, um den Schläger anzusprechen.
Die anderen Passagiere haben geschwiegen, aber E. und ich konnten nicht einfach nur Klappe halten. Wir haben den jungen Mann dazu gebracht, dass er sich zumindest entschuldigen geht (unwillig), ihm klar gemacht, dass er völlig überreagiert hat, dass das eine Straftat war, Körperverletzung, und dass man ihn eigentlich anzeigen sollte.
Der Odbadchlose wollte aber keine Polizei, keine Rettung, irgendwie schien er nicht realisiert zu haben, was ihm passiert ist. Wir haben dann noch mit ihm geredet, waren nett zu ihm, und sind dann ausgestiegen. Mir war zum heulen, und ich hab mir einen halben Liter Bowle gegönnt auf den Schreck. Ja, doch, ziemlich sehr viel Alkohol für Miss Höchstens-einen-Sommerspritzer-bitte. Daran merkt man, wie bestürzt ich war.

Und jetzt sitze ich da, und merke, wie sehr mir das Ganze im Magen liegt. Frage mich, ob wir richtig reagiert haben, ob wir nicht doch auf Rettung und Polizei hätten bestehen sollen. Ich war ja dafür, E. dagegen, meinte, dass es nichts bringt. Ich hab beschlossen, ihr zu vertrauen. E. leitet eine soziale Einrichtung und arbeitet seit 15 Jahren mehr oder minder in dem Gewerbe. Aber es nagt an mir. Auch, weil ich selten so ein Bündel Elend gesehen habe wie diesen betrunkenen alten Mann. Deprimierend, ohne Ende.

Anderseits ist mir klar, dass eine Anzeige und Verurteilung für den jungen Mann wohl zu einer ziemlichen Stolperfalle werden könnte, zumindest, wenn er unbescholten ist. Wenn man weiß, dass er vielleicht den alten Mann etwas zahlen muss, und Sozialdienst leisten oder so, dann fällt einem eine Anzeige auch leichter.
Andererseits frage ich mich, ob der Typ nicht ein Schläger war, den wir haben davonkommen lassen. Oder warum er sonst so überreagiert hat.
Ob es daran gelegen ist, dass er ganz offensichtlich Migrationshintergrund hatte? Ich tippe auf mittleren Osten oder Indien/ Indonesien, schwer zu sagen. Fühlt er sich in seiner (männlicher) Ehre gekränkt? Ist er schon öfters befleget oder bespuckt worden, selber gedemütigt und unterdrückt worden?

E. und ich haben im Gegensatz zu den anderen Menschen wenigstes etwas gemacht. Aber war es richtig? Und war es genug?

Ich weiß es nicht.

PS: Der Straßenbahnfahrer hat genau gar nichts gemacht, nicht mal reagiert, der Feigling. Vielleicht sollte man den Wiener Linien mal ein Mail schreiben...

PSPS: Auch schockierend, irgendwie: die Sturmschäden in Nussdorf, besonders im Lehár-Schlössl, Schlamm überall, dann Staub. Das war heute nicht nur meine erste Prügelei, sondern auch das erste Mal, dass ich (wenn auch eher milde) Hochwasserschäden gesehen habe. Könnte auf beides verzichten, danke.

16 Juli, 2009

Poken-Epidemie




Ich habe mein Poken mit der Webcam meines Macbooks geknipst, stelle die Bilder auf mein Blog, das kommt dann auf Facebook und twittern werde ich auch darüber. Ich schätze, jetzt bin ich ganz offiziell ein Geek Girl.

Und nein, das ist kein Tamagotchi. Das ist ein Poken. Zum Übertragen virtueller Visitenkarten. Klingt praktisch. Ob es irgendeinen tatsächlichen Nutzen hat, wird sich weisen. Jedenfalls war Netzwerken selten herziger. Das von wegen infantil will ich mal gnädig überhören.

12 Juli, 2009

Das erste Mal



2-tägiger Kunstkurs Drucken/ Buchbinden. Ergebnis besser als erwartet. Bin nicht unstolz.

More self-made books to follow.

11 Juli, 2009

Total Eclipse of the Heart: Literal Video Version



Alles schläft, einsam lacht Rhealicous über dieses Video.

Allergieverursacher!





Das ist Lilo. Sie verursacht ziemlich üble Anfälle von Augentränen, Nasenröten und Wangenschwellen. Sie knabbert an Messengerbags, schäft auf teuren Macbook-Covern und knabbert an Fingern, Zehen und Ohrringen. Sie sorgt dafür, dass man sich nicht auf die Geheimnisse von CSS und HTML konzentrieren kann.

Mit anderen Worten: meine Freundin B. darf sich freuen, eine Katzensitterin gefunden zu haben. Und ich schäme mich, weil ich den Satz "Oh mein Gott, ist die süüüüüüüüüüß" heute Vormittag circa vierundfünfzig Mal von mir gegeben habe – und das ist eine ausgesprochen konservative Schätzung.

29 Juni, 2009

There are cats in this book.



Entzückendes Video von Viviane Schwarz (may contain fish). Hat auch ein sehr nettes Blog:
http://vivianeschwarz.blogspot.com/

22 Juni, 2009

Abwesenheitsentschuldigung... und Absenzerklärung

Drei Monate... und einige leicht böse Kommentare zu meiner Schreibabsenz. Nein, Ihr habt schon recht, man sollte sein armes Blog wirklich nicht vernachlässigen.
Zu meiner Entschuldigung: ich war aber sowas von beschäftigt. Und habe neue Erkentnisse mitgebracht. Ich habe nämlich herausgefunden,

- warum James Bond immer erster Klasse fährt: weil der %§$'+*-Pendolino, also der Luxuszug aus Casino Royale, in der zweiten keine Steckdosen hat. (Anlass: Spa-Reise nach Prag).

- dass es in Prag einen Hotelpool im 26. Stock gibt und man schwimmen kann, während der Himmel sich nächtlich färbt und tief unter einem langsam die Abendlichter der Stadt angehen...

- dass man Anfang Mai zwar nicht im Fuschelsee schwimmen kann, aber outdoor mit Blick auf das flaschengrüne Wasser (Anlass: Pressereise in ein charmant verwinkeltes Hotel mit Kräuterspa).

- dass rothaarige sommersprossige Tiroler auch schon mal Murat heißen können (Anlass: Verleihung des Health-Spa-Awards in Zell am See)

- dass ich unter den gestrengen Augen von ORF-Wetterfeen wie Isabella K. eine schöne Laudatio zum Thema LoHas (sowas wie BoBos, nur ein bissi grüner) improvisieren kann (Anlass: Rhealicious ist in der Jury beim obgenanten Wellness-Preis. Der Lohn: Naja. Viel Ehr und ein paar Cremetöpfchen. Und die Bekanntschaft mit einer wahnsinnig kompetenten Kosmetik-Ausbildnerin).

- wie es bösen alten Damen geht, die in Pensionistenheimen mit Blick auf einen jüdischen Friedhof wohnen (Anlass: Erste Leseproben für mein Kurzstück "Aus dem Fenster" (Arbeitstitel), zu sehen hoffentlich ab Anfang Oktober im Palais Kabelwerk)

- das Twittern herrlich zum Vernetzen ist (davon ein anderes Mal mehr, ich bin übrigens unter Rhealicious zu finden, so eine Überraschung aber auch).

- wie viel die teuerste Second Hand-Uhr aller Zeiten kostet: 2,6 Millionen Euro zahlte ein Sammer für eine Patek Phillipe aus den 40-ern! Ernsthaft! (Anlass: Artikel von mir, der dieser Tage im Report erscheint).

- dass LIGHTPAINTING, Text und Musik ziemlich gut harmonieren und ich auch bei Text-Impros nicht so übel bin (Probe für einen Charity-Gig für das Integrationshaus im Herbst)

- dass die Finalisten für den Volxmusik-Grand Prix im Telefoninterview eigentlich eh irgendwie ganz nett sind (ja, der Text in Krone LiVE ist von mir. Und? Ich bin, nun, ja, also jedenfalls brauche ich das Geld).

Hoffe, ich hab mit diesen essentiellen Erkenntnissen meine Absenz zumindest ein bissi entschuldigt...

07 März, 2009

Mein neues Lieblingslied



Gorécky von Lamb... Hab bis heute nicht mal gewusst, dass die Gruppe existiert.
Netterweise hat meine Freundin M. das auf Facebook gepostet... Tja... iTunes hat schon seine Vorteile und ich hab einen Ohrwurm, den ich nicht mehr aus dem Kopf kriege.
Auch fein.

28 Februar, 2009

Emanzenhumor... oder?



und



mir jedenfalls gefällt´s...

25 Februar, 2009

Maiwiesengrün! Bitte!

Weil das zitroneneisgelb is so schirch!

Bilder: MQ. Und bitte für das Linke stimmen.

Voting für die Farbe der Enzis im MQ: hier (bis 2.3.).

Klicket hin und wählet.
Und erspart mir einen Sommer auf einem toten Kanarienvogel.

22 Februar, 2009

Pawlow´scher Relax oder Venus im Bade, wo denn sonst?



Es gibt Düfte und Gerüche, die Stimmungen stimulieren und, ja, durchaus sowas wie Glücksgefühle erzeugen. Bei mir ist das zum Beispiel Chlor.

Nur ein paar Duftmoleküle von der Nr 17 im Periodensystem reichen, um meine Laune zu heben. Ich würde nie behaupten, dass Schwimmbecken nach Chlor stinken. Im Gegenteil: Chlor duftet nach Swimmingpool (zumindest in milden Dosen. Wer es genauer wissen will, kann ja meinen Artikel in Spa World Business nachlesen. Aber Achtung, spannend ist das eher nicht). Sogar beim Wäscheentärben und Duscheputzen denkt man ans Schwimmen, und das ist doch schön.

Gestern nachmittag hab ich mich aber schon zu entspannen begonnen, da sind die sanften Schwaden noch gar nicht in meiner Nähe gewesen. Einfach nur das Badehaus Sargfabrik zu betreten, war genug. Ich war an sich schon guter Dinge, als ich mich durch den Schnee in Richtung Penzing aufgemacht habe. Wie entspannt ich mich aber schon beim Betreten und beim Umziehen war, hat mich doch einigermaßen amüsiert. Der Körper weiß, gleich gibt´s Wonne, und das ganze System schaltet runter auf Stufe aaah.... Witzig...

Ich war zwar gestern erst zum dritten Mal dort, aber die Location hat durchaus Chancen auf den Spitzenplatz in der Liste meiner Wiener Lieblingsorte. Vor allem an einem der Frauenbadetage sind ja sowas von nett.

Paradise found: Badehaus SFabrik

Das erste Mal war ich übrigens vor Weihnachten dort. Meine liebe Freundin B. hatte das Etablissement für ihren 40-er gemietet, und jede Menge Mädels eingeladen (und ein paar dienstbare Herren). Der ganze Abend fiel, obwohl (naja, zumindest über weite Strecken) jugendfrei, in die Kategorie Orgie, legendär. Sekt und Schoko im Whirlpool, muss ich noch mehr sagen?


Gestern also wieder ein Damenpritschelevent. Genauer gesagt Frauenbadeträume, wie jeden dritten Sonntagnachmittag. Zwar ist der Eintritt etwas teurer als sonst, dafür sind aber Kosmetika inklusive. Man kann sich zum Beispiel etwas vom Badeöl nehmen und sich für ein privates Vollbad in eine der im Boden eingelassenen Wannen zurückziehen. Besonders fein, wenn man in Ruhe eine der Gesichtsmasken auf seinem Antlitz eintrocknen lassen will.
Gut, mit so einer Schlammpackung aus grünlich-grauer Tonerde sieht frau zwar dass aus wie ein vodník oder hastrmánek, also ein Wassermann aus dem tschechischen Märchen

also in etwas so. Nett für die Visage ist es allemal.

Ansonsten kann man sich im bacherlwarmen und ziemlich großen Whirlpool (mein Highlight) einlegen, oder im kleinen Pool entweder Runden ziehen oder nicht von der Stelle kommen (weil: Gegenstromanlage, also sowas wie ein Crosstrainer für faule Nixen).

Für alle von uns, denen es beim alleinigen Gedanken an Sauna den... gut, der Vergleich mir dem kalten Schweiß sparen wir uns jetzt, jedenfalls: es gibt zwar kein Dampfbad, aber immerhin ein Tepidarium. Das ist geformt wie die obere Hälfte eines Cornettos, ein Trichter nach oben, in dem man auf den winzigen runden Fließen am heißen Boden liegt und durch das kleine Bullage in der Decke den Schnee durch die Dämmerung fliegen sieht.

Schön, das. Bitte mehr davon.

18 Februar, 2009

Eine Kalligraphie von Hermann Zapf.

Ja, das ist der mit den Dingbats. (Aber auch der Erfinder der Schriften Palatino und Optima, unter anderem).




Einfach, weil´s so schön ist.

Quelle: http://www.caxtonclub.org/

16 Februar, 2009

Ich liebe meine Altbauwohnung. Aber.

Das Aufhängen feuchter Vorhänge ist jedesmal ein Trip in an die Gestade des grinsenden Irrsinns.
Weil: Selbst mit Leiter komme ich nicht mal andeutungsweise in die Nähe meines Plafonds in dreieinhalb Metern Höhe. Und die Vorgangsstangerl hab ich ja intelligenterweise genau darunter montiert.

Hatte aber keine Wahl. Meine Außenmauer ist nämlich burggleich, sprich über einen Meter dick (man fragt sich, mit welcher Hunnenbelagerung sie 1908 eigentlich spekuliert haben). Jetzt hat mein Vormieter zwar eine nicht unintelligente Vorhanglösung zusammengepfriemelt, so richtig mit Seilzug und beweglichen Stangen. Nur hängen die Vorhänge einem solchermaßen die Fensternischen zu, man nimmt sich also selber fast 3 Quadratmeter an Zimmer, und für´s Raumklima ist´s auch nicht so prima, wenn man sich die Heizung zuhängt (und die Wohnung an sich ist eh schon derart schlecht isoliert, mich würds nicht wundern, wenn sie bei mir die Schönbrunner Eisbären einquartieren oder mich wegen meiner Heizkostenrechnung ins Kyoto-Protokoll aufnehmen).

Hab dann also mal in einem Anfall von Verzweiflung billige BettenReiter-Stangen über den Fenstern angebracht (kleine Anhnung mehr, wie ich das geschafft habe, das war wohl so traumatsich, dass ich das ich verdrängt hab).

Sonntag Abend hatte ich eines der kleinen, feinen Schreibblockädchen, nichts arges, nur ist mir irgendwie nicht eingefallen, wie ich auf sechseinhalb Tausend Zeichen alles, aber auch wirklich alles über Hochzeitslocations unterbringen soll. In solchen Fällen streift man dann durch die Wohnung wie die Gazelle durch die Serengeti, auf der Suche nach dem einen oder anderen Fleckchen, das man putzen kann (also, jedenfalls ich, bei den Gazellen bin ich mir nicht so sicher, aber die Viecher haben ja keine Schreibblockaden). Und siehe da, ein Vorhang, alle Vorhänge eigentlich, so blütenrein sauber nicht, und man fragt sich, warum man die Dinger denn nicht öfter runternimmt und der Waschmaschine überantwortet.
Zwei Stunden und einige kleinere Schreianfälle (Sorry, Contenance und fliegende Vorhänge ist unvereinbar) weiß man es wieder.
Und überlegt sich, ob man nicht versuchen sollte, sich einen Basketballer aufzureißen, schon alleine deshalb. Und warum zur Hölle man auf der Leiter mit weißen Bahnen kämpft und nicht brav in seinen Computer tippt. Aaaaargh.

Ich hasse Haushalt. Und Heiraten. Ernsthaft. Das muss einmal gesagt werden.

14 Februar, 2009

Don´t divorce us!

Schreibe also weiter fleissig am Hochzeitsratgeber.
Mit einem Wermutstropfen.
Ich richte mich immer noch nur an Heteropaare. And that sucks.

Es ist einfach nur deprimierend, dass sich die Leute hierzulande nicht mal verpartnern dürfen.

Mindestens genauso traurig sind die Vorgänge in Kalifornien, wo die Bevölkerung (mit mininaler Mehrheit) für Prop 8, also gegen gleichgeschlechtliche Ehen gestimmt hat. Blöd nur, dass schwule und lesbische Hochzeiten seit einem Jahr schon legal sind und praktiziert werden. Dass schon tausende Paare vor den Traualtar getreten sind, und jetzt offenbar zwangsgeschieden werden wollen oder was auch immer. Weil die meisten Leute, die für diese Prop 8 gestimmt haben, hartherzig, ignorant und vor allem mies informiert sind.


"Fidelity": Don't Divorce... from Courage Campaign on Vimeo.

Hoffen wir, dass Aktionen wie diese den Igoranten klarmachen, was für einen Schaden sie anrichten.