dann ist es auch nur ein ganz gewöhnlicher Donnerstag in der wundersamen Welt von Rhealicious.
In meinem Freundeskreis sind Mädelsabende im Moment aber sowas von en Vogue- und das ist fein, denn da kann man spannende neue Bekanntschaften machen. Zum Beispiel die einer ziemlich taffen Frau Berufsoffizier.
Und man kann sich dann in einer recht feministischen Runde der angeregten Diskussion hingeben, ob bei militärischen Dienstgraden weibliche Endungen angebracht sind (Frau Offizier meinte: NEIN!!!) und wie die dann so wären: Hauptfrau? Leutnantin? Mutter Oberstin?
Feldweiberl?
Oder dann doch die geschlechtsneutrale Version, so a la Wachmensch oder Landeshauptperson?
Man kann aber auch passionierten Physikerinnen begegnen und sich leicht verzweifelt fragen, warum man in der Schule nicht SO eine Lehrerin in den naturwissenschaftlichen Fächern hatte- vielleicht würde meine gesamte Erinnerung an drei Jahre Chemie nicht nur ausschliesslich daraus bestehen, dass wir unsere Lehrerin wegen ihrer behaaren Beine
"Alf" genannt haben.
Frau Doktor Diplomingenieur hat heute jedenfalls zu einer
kleinen feinen Ausstellung in die technische Uni geladen. Gezeigt wurden Elemente. In ihrer reinsten Form. In Phiolen oder in Plexiglas gegossen.

Wunderschön. Einfach wunderschön.
Silbrig, glitzernd, metallisch, irisierend.

Perfektion.
Faszination.
Wieso habe ich nicht gewusst, das Physik so schön ist?

So spannend?
Elemente, die in ihrer hochreinen Form nur in der UDSSR hergestellt wurden.
Bälle mit Uran, ganz ganz leicht radioaktiv, die im dunklen Leuchten.
Elemente, die nicht in der Iran verkauft werden dürfen.
Ein Metall in der Phiole (Gallium?), das in der Hand schmilzt (darf man aber- angeblich- nicht fallen lassen weil sonst Stichflamme).
Abends dann das Element Film- ein Abend für
Alexandr Hammid/ Hackenschmied im tschechischen Zentrum. Hammid war ein tschechischer Pionier der Photografie und vor allem des Avantgardefilms, und gezeigt wurde ein Dokufilm von Martina Kudlacek und drei frühe Filme von Hackenschmied/Hammid aus den Dreissigern.
Kudlacek und Hammid waren mir bisher nur durch Kudlaceks Film " In the mirror of Maya Deren" ein Begriff- über Hammids mysteriöse, schöne, vodoo-interessierte Exfrau,
ebenfalls eine Ikone des experimentellen Films.
War jedenfalls ein spannender Abend- wenn auch stellenweise zu lang.
Die ruhige, intensive Doku über Hammid und seine Werke war eigentlich genug. Die nachher gezeigten Kurzfilme waren dann fast schon ein bissi zu viel- der Film über die Prager Burg zeigt über fünfzehn Minuten schwarzweisse Aufnahmen von, eben, der Prager Burg (schön, aber zu lang), das Kurzdrama "November" wunderschöne Bilder einer verhinderten Liebe.
Entzückend war allerdings der mitlere Kurzfilm "Das Lied der Strasse"- dreieinhalb Minuten Werbung aus den 30-er Jahren, für Autoreifen von
Bata- (Autoreifen? Ich dachte, die machen Schuhe!) inklusiver singender Autoreifen mit sehr witzigem tschechischen Text.
Überhaupt entwickelt sich das
tschechische Zentrum in letzter Zeit zu einem kulturellen Hotspot.
Und ihr Pressesprecher Michael Stavaric schreibt
wirklich gute Bücher.
Apropos Hotspot. Sonntag vormittag hat es mich per Zufall an einen wirklich heiss frequentieren In-Treff verschlagen.
Mitten im Neunten- es gibt bunt gemischtes Publikum- und was für ein Andrang dort herrscht, Multi-Media-Entertainment, Verpflegung von rustikal bis zu Champagner und Sushi, Retro-Ambiente... Gut, es gibt auch Drogen, aber das manchmal gar nicht schlecht.
Jedenfalls, wenn man sich den Rücken aber sowas von verrissen hat.
Und der Hotspot AKH Notaufnahme heisst.
Und man sich, wenn man seinen Kopf aus der- aufgrund schmerzbedingter Debilität auf Bunte und InTouch beschränkten- Lektüre hebt, kurz fragt, was früher kommt- der Orthopäde oder die totale Verblödung...