17 November, 2008

In der Not frisst der Teufel Dinkelkekse oder: Freelancer sein ist nicht immer fein.

Ich will nicht mosern. Ich hab´s mir ja ausgesucht. Hab den faden, aber sicheren Assisenz/Sekretariats- (sprich: Dead End) Job in einer piekfeinen PR-Agentur ausgeschlagen, und wurschtel mich also seit einem dreiviertel Jahr als freie Schreiberin herum. Hab inzwischen ein tolles Portfolio, kann mich vor Artikeln und Projekten kaum retten und die adäquate Bezahlung kommt ja hoffentlich auch irgendwann.

Blöd ist´s allerdings, wenn auch die derzeitige inadequate Bezahlung auf sich warten lässt. Wenn heiße vier Honorare ausständig sind und man eine Woche lang nur deshalb Lebensmittel im Haus hat, weil der Spar jetzt auch Visa nimmt und auch der Meinl am Graben einen auf bargeldlos macht.
Wenn man zum Abendessen mit salzigen, vom sonstigen Aroma leicht in Richtung Sägemehl gehenden Dinkelkeksen vorlieb nehmen muss, die man sich mal in einem Anfall von gesunder Ernährung geistiger Umnachtung gekauft hat. Gut, im Kühlschrank fand sich von einer Abschiesdfeier (meine Freunde Katri und Claus haben sich auf immer in Richtung Südhalbkugl verabschiedet, seufzzz) noch ein Hauch Lachs und etwas Creamcheese, deshalb kann man einwerfen, das sei darben auf hohem Niveau. Trotzdem.
Wenn digitale Bohéme bedeutet, dass es einem ein bissi so geht wie den Protagonisten von Puccinis Oper ist das schon ein klein wenig bitter...

Andererseits: alleine die Tatsache, nicht 5 Tage die Woche von nine to five in einem Office zu sitzen, sind mir schon ein paar Abende mit Dinkelkeksen wert... und auch die schöne Jaeger LeCoultre-Reverso, über die ich grad für die DIVA schreibe werde ich mir eines Tages leisten können.

3 Kommentare:

killerpraline hat gesagt…

Na Du machst mir ja Lust auf eine Schreiberkarriere *lach*

Aber stimmt schon, für den Wegfall von "nine to five" nimmt man auch den ein oder anderen Dinkelkeks hin... noch dazu wenn er als Geschenk bei einer Frauen-Sauna-Runde mit geht ;-)

liebe Grüße nach Wien

Miss S. hat gesagt…

Ich warte auch seit Wochen auf den Zahlungseingang von drei Rechnungen und ernähre mich momentan jeden Tag von Spaghetti mit Pesto :-)
Aber es kommen auch wieder die Tage, an denen ich wild im Supermarkt shoppen kann :-)

Rhea hat gesagt…

ja, dank der Zahlungsmoral von gewissen Kunden hat man seine kleinen Wirtschaftskrisen ganz unabhängig von der ökonomischen Großwetterlage. Aber, und das ist ju-hu, es ist nur noch eine Rechnung ausständig (die kleinste). Das heißt, es gibt heuer echte Geschenke und keine selbst verbrannten Kekse. Und der Weihnachtsfrieden ist gesichtert.