22 Februar, 2009

Pawlow´scher Relax oder Venus im Bade, wo denn sonst?



Es gibt Düfte und Gerüche, die Stimmungen stimulieren und, ja, durchaus sowas wie Glücksgefühle erzeugen. Bei mir ist das zum Beispiel Chlor.

Nur ein paar Duftmoleküle von der Nr 17 im Periodensystem reichen, um meine Laune zu heben. Ich würde nie behaupten, dass Schwimmbecken nach Chlor stinken. Im Gegenteil: Chlor duftet nach Swimmingpool (zumindest in milden Dosen. Wer es genauer wissen will, kann ja meinen Artikel in Spa World Business nachlesen. Aber Achtung, spannend ist das eher nicht). Sogar beim Wäscheentärben und Duscheputzen denkt man ans Schwimmen, und das ist doch schön.

Gestern nachmittag hab ich mich aber schon zu entspannen begonnen, da sind die sanften Schwaden noch gar nicht in meiner Nähe gewesen. Einfach nur das Badehaus Sargfabrik zu betreten, war genug. Ich war an sich schon guter Dinge, als ich mich durch den Schnee in Richtung Penzing aufgemacht habe. Wie entspannt ich mich aber schon beim Betreten und beim Umziehen war, hat mich doch einigermaßen amüsiert. Der Körper weiß, gleich gibt´s Wonne, und das ganze System schaltet runter auf Stufe aaah.... Witzig...

Ich war zwar gestern erst zum dritten Mal dort, aber die Location hat durchaus Chancen auf den Spitzenplatz in der Liste meiner Wiener Lieblingsorte. Vor allem an einem der Frauenbadetage sind ja sowas von nett.

Paradise found: Badehaus SFabrik

Das erste Mal war ich übrigens vor Weihnachten dort. Meine liebe Freundin B. hatte das Etablissement für ihren 40-er gemietet, und jede Menge Mädels eingeladen (und ein paar dienstbare Herren). Der ganze Abend fiel, obwohl (naja, zumindest über weite Strecken) jugendfrei, in die Kategorie Orgie, legendär. Sekt und Schoko im Whirlpool, muss ich noch mehr sagen?


Gestern also wieder ein Damenpritschelevent. Genauer gesagt Frauenbadeträume, wie jeden dritten Sonntagnachmittag. Zwar ist der Eintritt etwas teurer als sonst, dafür sind aber Kosmetika inklusive. Man kann sich zum Beispiel etwas vom Badeöl nehmen und sich für ein privates Vollbad in eine der im Boden eingelassenen Wannen zurückziehen. Besonders fein, wenn man in Ruhe eine der Gesichtsmasken auf seinem Antlitz eintrocknen lassen will.
Gut, mit so einer Schlammpackung aus grünlich-grauer Tonerde sieht frau zwar dass aus wie ein vodník oder hastrmánek, also ein Wassermann aus dem tschechischen Märchen

also in etwas so. Nett für die Visage ist es allemal.

Ansonsten kann man sich im bacherlwarmen und ziemlich großen Whirlpool (mein Highlight) einlegen, oder im kleinen Pool entweder Runden ziehen oder nicht von der Stelle kommen (weil: Gegenstromanlage, also sowas wie ein Crosstrainer für faule Nixen).

Für alle von uns, denen es beim alleinigen Gedanken an Sauna den... gut, der Vergleich mir dem kalten Schweiß sparen wir uns jetzt, jedenfalls: es gibt zwar kein Dampfbad, aber immerhin ein Tepidarium. Das ist geformt wie die obere Hälfte eines Cornettos, ein Trichter nach oben, in dem man auf den winzigen runden Fließen am heißen Boden liegt und durch das kleine Bullage in der Decke den Schnee durch die Dämmerung fliegen sieht.

Schön, das. Bitte mehr davon.